
Wie viel sind hinter Gittern, die die Freiheit woll‘n Wie viel sind hinter Gittern, die wir draußen brauchen
Gefühlte 37 Tage später, ich laufe noch immer im Kreis. Wenn ich das nur lange genug durchziehe, und pro 100 Umdrehungen 1 mm Boden abtrage, dann ist es eigentlich nur eine Frage von.... Minuten, bis ich hier wieder raus bin. „HA!“, brüll ich in die Kamera. „Hättet ihr nicht gedacht, dass...“ Mein Blick schielt leicht nach rechts, in Richtung meines Zeigefingers. Dessen Kuppe beginnt nämlich gerade sich zu pellen. Das Ganze sieht aus, als würde jeden Augenblick eine Blüte sprießen. Was da jedoch unter meinem Fleisch hervor gekrochen kommt, hat so rein gar nichts mit Botanik zu tun; da schiebt sich ein Edding aus meinem Finger. Und nicht irgend einer. Meine Hand schickt den dicksten Edding auf Reisen, den diese scheiß Welt jemals gesehen hat. Und schlagartig verstehe ich alles. Das Betreuungsgeld, den Soli, das Dosenpfand, das Leben. Ich bewege mich auf die Wand zu, und male mit meinem Zeigefinger ein braunes, rostiges Stahltor auf den Beton. Ich öffne es, und in der nächsten Sekunde knistert warmer Sand unter meinen Fußsohlen. Ich ziehe meine Sonnenbrille auf, setze mich an die Strandbar, bestelle mir ein Bier, und bagger das junge Ding neben mir an. Wir verschwinden auf ihr Hotelzimmer, und vögeln die ganze Nacht. Gar nicht so übel denke ich. Hier sollte ich öfters mal abhängen.
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